„Soviel Entfaltungsraum und Dynamik ist nur durch den verstärkten Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik in den Griff zu bekommen“, sagt Dietmar Lummitsch, CIO von TÜV SÜD. Die Gründe dafür führt er gleich mit auf: „Nur so ist der Konzern flexibel gegenüber Veränderungen im Markt und innerhalb der Organisation, stimmt die Effektivität von Netz und Anwendungen und stehen Kosten und Nutzen immer in einem betriebswirtschaftlich vertretbaren Verhältnis.“
Klare Verhältnisse
Um genau dies zu erreichen, wurde Anfang 2001 unter der Verantwortung von Lummitsch das Projekt „IT-Standardisierung“, kurz: ITS, gestartet. Das Ziel dieses Vorhabens mit der Unterstützung durch COMPAREX Global Services: Beim TÜV SÜD einen systemtechnischen Generationssprung zu vollführen und über die gesamte IT von den PC-Arbeitsplätzen und Servern über das IP-Netz bis hin zu den Anwendungen einen allgemein verbindlichen Konzernstandard zu etablieren. „Auf diese Weise“, so der CIO, „werden wir die in den Gesellschaften über die Jahre gewachsenen, heterogenen Systemwelten soweit wie möglich vereinheitlichen.“
Künftig wird durchgehend Windows XP auf den Clients zum Einsatz kommen, dazu das passende Office XP und Exchange 2000. Zudem werden die PC-Arbeitsplätze soweit möglich von der Münchner Zentrale aus einem definiertem Warenkorb mit Basis-Hardware, Grund-Software und gesellschaftsspezifischen Programmen bedient werden. Als allgemein verbindliche Netzwerk-Server-Plattform wird Windows 2000 mit Active Directory als Verzeichnissystem fungieren. Rund 400 Domain Controller werden darin Platz finden, um darüber konzernweit knapp 400 Standorte mit über 7.500 Windows 2000 - beziehungsweise Windows XP-Clients zu bedienen. Die hohe Zahl an Netzwerk- und Applikationsserver, bisher rund 800, war durch Konsolidierung an den Hauptstandorten - München, Filderstadt, Mannheim und Darmstadt - soweit wie möglich herunterzufahren. Die Konsolidierung wurde mit Hilfe einer flexiblen NAS/SAN-Lösung realisiert, um die hohen Verfügbarkeitsanforderungen der gesamten Holding zu bedienen.
Schneller Projektfortschritt
Das Microsoft Review Center Central Europe hatte im Auftrag des CIO die Konzepte geprüft und als „hervorragend“ bewertet. Somit stand der Realisierung des Active Directory-Konzeptes nichts im Wege. Die Active Directory-Infrastruktur ist bereits implementiert und eine multifunktionale Schnittstelle wurde ebenfalls eingebracht. Sie dient u.a. dem Informationsaustausch zwischen SAP/HR und Active Directory.
Die SAN-Installation ist vollständig abgeschlossen und nun Grundlage für alle zentralen Daten-, E-Mail- und Datenbankserver. Somit können die erforderlichen Ressourcen unterbrechungsfrei den jeweiligen Diensten dynamisch und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. Das System lässt sich während des laufenden Betriebes erweitern und warten.
Der Aufwand für eine umfassende Konzeptions- und Planungsphase wird durch die schnelle Umsetzung mehr als gerechtfertigt. Sowohl die Basisimplementierungen in den IT-Betriebszentralen als auch die Rollouts in den einzelnen Gesellschaften wurden teilweise schneller als geplant realisert“, lobt Gerhard Bader, Projektmanager bei der TÜV Informatik und Consulting Services, dem internen IuK-Dienstleister der TÜV SÜD, das Projektmanagement von COMPAREX Global Services.
Die Umsetzung des Konzeptes konnte für die international tätige TÜV Product Service und die TÜV Management Service inzwischen abgeschlossen werden. Dabei wurden auch Auslandsgesellschaften wie TÜV America oder Gesellschaften in Asien erfolgreich migriert. Ebenso sind die Umstellungen auf den ITS-Standard bei der TÜV Akademie, bei MPI, TÜV Informatik und Consulting Services und der zentralen Holdingbereichen bereits erfolgt.

Und es geht weiter...
Aktuell ist TÜV Bau und Betrieb mit ca. 3.000 Anwendern mitten im Migrationsprozess. TÜV Verkehr und Fahrzeug steht mit einer ähnlichen Größenordnung als nächste Einheit auf dem Plan. Auf der Client-Ebene haben bereits viele Anwender der geplanten Migration ihre PC-Ausstattung vorgegriffen und bei Ersatzbeschaffungen den ITS-Standard-Client geordert. Neben den eigentlichen Migrationen und Rollouts wurde eine Reihe von unterstützenden Disziplinen wie Software-Verteilung über SMS (System Management Server), Asset-Management und Remote-Helpdesk etc. etabliert.
Viele handfeste Vorteile
Auch wenn das Projekt ITS noch läuft: Die Vorteile, die TÜV SÜD mit der Unterstützung durch COMPAREX Global Services in voller Breite winken, zeichnen sich schon für die gesamte Unternehmensgruppe ab:
Rundum zufrieden ist Gerhard Bader mit dem bisherigen Projektverlauf. „Die Projektkultur zwischen dem Spezialistenteam von COMPAREX unter der Leitung von Andreas Martin und TÜV SÜD hat in jeder Phase gestimmt.“ Er lobt vor allem das umfassende Fachwissen, das hohe strategische Beratungsniveau, den guten Know-how-Transfer und das handfeste Konzept, das sich Zug um Zug in der Umsetzung als praxisnah erweist. Bader geht von einem ROI (Return on Investment) der Gesamtlösung in weniger als drei Jahren nach Abschluss des Projekts aus.