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Bundeskanzleramt - Neuer Systemraum in historischem Gemäuer
 
 

Ein unter Denkmalschutz stehender ebenerdiger Raum war die einzige Möglichkeit, den neu zu adaptierenden Systemraum für das Bundeskanzleramt (BKA) unterzubringen. Hofrat Christian Schlegl, der als Leiter des Ausweich-Rechenzentrums in St. Johann im Pongau (Salzburg) über langjährige einschlägige Erfahrung bei der Errichtung von IT-Infrastruktur verfügt, sowie Ing. Reinhard Knapp, stellvertretender Leiter derBüroautomation, ist es gelungen, gemeinsam mit COMPAREX eine Gestaltung zu finden, die sowohl dem Denkmalschutz wie den Anforderungen an eine effektive IT-Organisation bestens entspricht.

"Nachdem COMPAREX sein Aufgabenportfolio vom klassischen Distributor von Hardware-Komponenten hin zum Systemintegrator geändert hat war die Zusammenarbeit naheliegend, zumal wir ja auch im Ausweich-Rechenzentrum Plattensubsysteme dieser Firma installiert haben. Es war für uns aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen, die wir mit COMPAREX gemacht haben, auch eine angenehme Situation zu wissen, einen Partner für dieses Projekt vorzufinden, mit dem man sicher war, die Aufgabe zufriedenstellend zu lösen."
HOFRAT CHRISTIAN SCHLEGL, LEITER DES AUSWEICH-RECHENZENTRUMS

Sicherheit und Brandschutz auch in geschichtlichen Räumen

Im April 2000 wurde ein neues EDV-System für das Bundeskanzleramt in Wien mit der Zielvorgabe ausgeschrieben, im Herbst 2000 operativ einsatzbereit zu sein. Die Abteilung „IT-Angelegenheiten" im Bundeskanzleramt suchte daher einen geeigneten Standort für die Installation eines Systemraums. Dabei zeigte sich, daß außer einem denkmalgeschützten Raum im Erdgeschoß keine passende Lösung zu finden war, und so wurden kurzfristig die IT-Systeme dort aufgestellt, um mit der Betriebsaufnahme termingerecht beginnen zu können.

Nun fehlte in diesem Raum die gesamte Infrastruktur, wie sie für einen Systemraum nötig wäre, gänzlich. Im Frühjahr 2001 wurde daher Hofrat Christian Schlegl beauftragt, sich der Planung und Ausgestaltung dieses Raums zu widmen, also Vorkehrungen zu treffen für eine entsprechende Infrastruktur, wie sie in Systemräumen notwendig ist, vor allem was den sicherheitstechnischen (vorrangig brandschutztechnischen) Sektor anbelangt.

Brand-Frühesterkennung und Doppelboden in der Säulenhalle

Die Schwierigkeit lag vor allem darin, daß ein unter Denkmalschutz stehender Raum von seiner Substanz her nicht verändert werden darf. Trotzdem bestand die Notwendigkeit, sicherheits- klima- und elektrotechnische Einrichtungen zu installieren, um dem heutigen technischen Standard Rechnung zu tragen. Damit verbunden war die Errichtung eines Doppelbodens (welcher auf geklebten Stahlstützen ruht, da auch der Fliesenboden des Raumes denkmalgeschützt ist), die Installation eines Brand-Frühesterkennungssystems, Brandalarm- und Brandmeldeeinrichtung. Da die vorhandene Klimatisierung nicht für EDV-Räume ausgelegt war, mußte diese komplett erneuert werden; ebenso wurde die gesamte Elektroinstallation aus sicherheitstechnischen Erwägungen ausgetauscht.

COMPAREX als Generalunternehmer

Die Neuausstattung des Systemraumes wurde im Rahmen eines beschränkten Verfahrens ausgeschrieben. Hofrat Christian Schlegl und Karl Hrdlicka,verantwortlich für Budget und Beschaffung: „Wir wollten einen Generalunternehmer haben und nicht Einzelleistungen vergeben, um Koordination und Ablauforganisation zu vereinfachen. Im Rahmen der Bewertung wurde COMPAREX als Bestbieter ermittelt und im Juli 2001 mit der Adaptierung des Systemraums beauftragt."

COMPAREX führte unverzüglich nach der Beauftragung die erste Projektsitzung für die Detailplanung durch. Der Projektleiter zufrieden: „Unser Partner hatte die Unterlagen (vor allem grafisch) bestens aufbereitet, was uns natürlich das Verfahren leicht überblicken ließ.
COMPAREX legte einen Projektstrukturplan vor, dessen Deadline auch exakt eingehalten wurde. Die technische Abnahme ist Ende November 2001 erfolgt."

Systemumstellung reibungslos an einem Wochenende

Ein wichtiger Meilenstein war das Wochenende des 20./21. Oktober 2001, weil dort die Systemumstellung vorgenommen werden sollte. Hofrat Christian Schlegl erinnert sich: „Um Mitternacht am 20. Oktober haben wir begonnen, das System gesichert zu deaktivieren und die Hardware-Komponenten so abzubauen, daß sie am nächsten Morgen innerhalb des Raumes zum vorgesehenen neuen Standort verschoben werden konnten. Der Doppelboden war bis zu diesem Zeitpunkt bereits so weit vorbereitet, daß ein 'Umzug' möglich war." Die gesamte neue Elektroverkabelung und auch die Vorbereitung der neuen Klimatisierung waren abgeschlossen, so daß nach der Fertigstellung des Doppelbodens mit der neu platzierten Hardware auch die Inbetriebnahme der neuen Stromversorgung wie ebenso der neuen Klimaanlage erfolgen konnte. Alle alten Versorgungen wurden abgebaut.

Hofrat Christian Schlegl: „Systemumstellung reibungslos"

Am Sonntag um 23 Uhr wurde das System offiziell wieder in Betrieb genommen; Alle Komponenten waren wieder voll lauffähig. Eine Videoüberwachung sowohl des Systemraumes als auch der Zugänge wurde aus sicherheitstechnischen Gründen ebenfalls installiert, um die Möglichkeit zu haben, remote von vordefinierten Arbeitsplätzen Zustandsbilder aus dem Systemraum zu erhalten. Andererseits soll, wenn im Systemraum gearbeitet wird, auch der Zugang für andere (nicht dauerzutrittsberechtigte) Personen via Erkennung über einen Monitor aus dem Systemraum ermöglicht werden.

Wegen der Anforderungen des Denkmalschutzes war die Projektleitung mit der Situation konfrontiert, die brandschutztechnischen Sicherheitseinrichtungen behutsam zu gestalten. Hofrat Christian Schlegl: „Wir durften Türen und Fenster sowohl in der Form als auch im Material nicht verändern, wir konnten die Fensterrahmen nicht austauschen, so daß wir die sicherheitstechnischen Vorgaben innerhalb des Tür- und des Fensterbereichs treffen mußten - in Form von in den Raum versetzten Brandschutzfenstern mit Sicht- wie Einbruchschutz und einer Brandschutztür.

Um eine otimale Bedienbarkeit der Systemkomponenten zu gewährleisten, wurden für die Konsolkomponenten Systemleitstände installiert, die sich als äußerst praktisch und übersichtlich erweisen.

Büroautomation: Elektronische Vorgänge ersetzen Papierflut

Im Systemraum wird das Büroautomationssystem des Bundeskanzleramts betrieben. Dabei werden alle Vorgänge elektronisch erledigt. Ing. Reinhard Knapp: „Seit Jänner 2001 gibt es keinen Papiervorgang mehr im Bundskanzleramt; alle jährlich anfallenden rund  75.000 Aktenläufe werden auf elektronischem Weg innerhalb des Hauses erledigt. Zusätzlich werden über die installierten Server ein Dokumentenmanagement-System sowie ein Mailing- und Fax-Dienst abgewickelt." Bei allem steht der Sicherheitsgedanke im Mittelpunkt. Hofrat Christian Schlegl: „Ich war Anfang der Achtzigerjahre für die Planung der Systemräume und des Bürogebäudes des Zentralen Ausweichsystems des Bundes in St. Johann verantwortlich und habe dabei umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Ich bin Sicherheitsbeauftragter in einem  Hochsicherheitsbereich; so ist es naheliegend, dass ich bemüht bin, auch hier in Wien insbesondere alle sicherheitstechnischen Vorgaben genau zu erfüllen."

Zusammenarbeit mit COMPAREX zukunftsgerichtet

„Nachdem COMPAREX sein Aufgabenportfolio vom klassischen Distributor von Hardware-Komponenten hin zum Systemintegrator geändert hat," bestätigt Hofrat Christian Schlegl, „war die Zusammenarbeit naheliegend, zumal wir ja auch im Ausweich-Rechenzentrum Plattensubsysteme dieser Firma installiert haben. Es war für uns aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen, die wir mit COMPAREX gemacht haben, auch eine angenehme Situation zu wissen, einen Partner für dieses Projekt vorzufinden, mit dem man sicher war, die Aufgabe zufriedenstellend zu lösen. Ich möchte dabei ausdrücklich den Projektmanager der COMPAREX, Friedrich Ziehfreund, nennen, dessen hervorragende Planung und Organisation die reibungslose Projektumsetzung ermöglicht haben. Da unser Projekt auch das erste der COMPAREX als Systemintegrator war, kann man der Firma und allen Beteiligten nur ein Kompliment aussprechen.
Ich möchte mich aber auch bei meinen Kollegen Ing. Reinhard Knapp und Karl Hrdlicka für die hervorragende Mitwirkung und Unterstützung bedanken."

Ausweich-Rechenzentrum: Server-Housing statt Server-Hosting

Das Ausweich-Rechenzentrum ist eine Einrichtung des Bundeskanzleramts für die Republik Österreich und bietet Warm-Backup-Möglichkeiten bei Ausfall oder geplanter Außerbetriebsetzung eines Rechenzentrums des Bundes oder der Länder. Doch auch Drittkunden können partizipieren. Hofrat Christian Schlegl: „Wir ermöglichen seit einiger Zeit auch privaten Organisationen die Datenarchivierung in unseren Hochsicherheitsbereichen oder vermieten Stellflächen für Server-Komponenten, die man aus Sicherheitsaspekten im eigenen Unternehmen nicht installieren möchte, also klassisches Server-Housing. ASP - Application Service Providing, also Server-Hosting, wird von uns dagegen nicht angeboten."

Internet- und Intranet-Betreuung

Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Systemraums ist die Aufgabe von Hofrat Christian Schlegl in Wien zunächst erfüllt, er wird sich jetzt wieder schwerpunktmäßig den Aufgaben in St. Johann widmen. Diese umfassen nicht nur das Ausweich-Rechenzentrum, sondern zusätzlich auch ein zweites Produktions-Rechenzentrum für das Bundeskanzleramt.
Den Aufgabenumfang skizziert Hofrat Christian Schlegl so: „Alle Informations- und Dokumentationssysteme für das Bundeskanzleramt sowohl im Intra- als auch Internet, so z.B. das Rechtsinformationssytem des Bundes und weitere Informationssysteme werden in St. Johann betrieben."

Fraglos werden sicherheitstechnische Aspekte bei allen im Verantwortungsbereich von Hofrat Schlegl liegenden Aufgaben im Vordergrund stehen, sodaß ein ausfallssicherer Betrieb der IT-Landschaft des Bundeskanzleramts auf allen Plattformen gewährleistet ist - und für die Kunden, denen genau das passiert, was Sicherheitsvorkehrungen abwenden sollen, steht das Zentrale Ausweichsystem bereit (E-Mail: christian.schlegl@bka.gv.at).

Related Links:
 Bundeskanzleramt Österreich - Neuer Systemraum in historischem Gemäuer (1.15 MB)


Hofrat Christian Schlegl, Leiter des Ausweich-Rechenzentrums