DeTeCSM Magdeburg - Gemeinsamer SAN Technologie Test brachte "Super-Ergebnis"

Viele Hersteller haben Storage-Area-Network-Komponenten in ihrem Programm. Ist die in den Rechenzentren inzwischen vorherrschende Heterogenität - bei ständig steigenden Datenmengen - auch schon heute mit einem SAN zu bewältigen? Dieser aus Performance- und Kosten-Gesichtspunkten eminent wichtigen Frage ist DeTeCSM in einem SAN-Technologie-Test nachgegangen: Die Ergebnisse sind mehr als zufriedenstellend.


"Die Performance-Einbußen durch den Einsatz eines Switches gegenüber einer heute schon existierenden Point-to-Point-Verbindung bei Übergang auf ein SAN sind mit einem Prozent zu bewerten. Das ist ein Super-Ergebnis."
DIRK KABELITZ

Die Projektverantwortlichen der SAN-Tests (von oben nach unten):

Dipl.-Ing. Horst Köhler
(Teamleiter Planung IT-Systeme, IT-Plattform intelligenter Storage DeTeCSM Darmstadt)

Dipl.-Ing. (FH) Dirk Kabelitz
(Teamleiter Systemmanagement Client/Server DeTeCSM Magdeburg),

Ronald Löbig
(Systems Engineer COMPAREX).

SAN-Feasibility im RZ-Einsatz?

Bei ständig steigenden Datenmengen verlangt der Rechenzentrumsbetrieb den Einsatz der Fibre-Channel-Technologie, um die Datenflut effizient betreuen zu können. Die heute vorherrschende informationstechnische Heterogenität ruft geradezu nach einer SAN-Implementierung. Jeder Hersteller hat dazu sein Angebot, aber anbieterübergreifende Integrationslabors finden sich nur in Ansätzen - Anlass für die Telekom-Tochtergesellschaft DeTeCSM (Computer Service Management GmbH), in ihrer Niederlassung Ost in Magdeburg in einem äußerst komplexen Test-Szenario "konkrete Aussagen für den RZ-Einsatz eines SAN" (DeTeCSM-Teamleiter Dirk Kabelitz) zu ermitteln.

Test-Szenario: Connectivity und Performance im Blickpunkt

In die im Zeitraum von Oktober 1999 bis Januar 2000 durchgeführten Tests maßgeblich eingebunden wurde COMPAREX als universeller Lösungsanbieter für Enterprise Storage und SAN. Aufgesetzt wurde - mit Ausnahme von HP-UX-Servern - auf die bei DeTeCSM installierte COMPAREX Struktur. Die Zielsetzung lautete nicht, einzelne Komponenten in ihrem Leistungsverhalten gegeneinander zu testen, sondern das Gesamtsystem unter SAN-Bedingungen auszuloten. Als Rahmenbedingungen wies die Teststellung folgendes IT-Umfeld auf:

  • Betriebssysteme: Windows NT 4.0, SUN SOLARIS 2.6, HP-UX 11.0, theoretische Betrachtung AIX
  • Hardware (Server): Siemens, Compaq, SUN, HP
  • Hardware (SAN-Komponenten): COMPAREX FC-Switch ED5000 (McData), HP-FC- Switch F16 (Brocade mit HP-Firmware), COMPAREX-FC-SCSI-Bridge CB1200
  • Hardware (Plattensubsysteme): COMPAREX TETRAGON 2100, EMC 3930.

Bei den Mess-Tools orientierte sich der Test an allgemein anerkannten Benchmarks. Vor allem sollte der Leistungsunterschied zwischen bisheriger Point-to-Point- versus neuer Switch-Topologie verifiziert werden.

Ergebnisse

Bei DeTeCSM hatte man vor allem beim Übergang auf die Switch-Topologie mit größeren Leistungseinbrüchen gerechnet. Die Testergebnisse kommentiert Dirk Kabelitz: "Die Performance-Einbußen durch den Einsatz eines Switches gegenüber einer heute schon existierenden Point-to-Point-Verbindung bei Übergang auf ein SAN sind mit einem Prozent zu bewerten. Das ist ein Super-Ergebnis."

Test-Szenarios


  • Direkte Anbindung eines Servers an ein Plattensubsystem über Fibre Channel unter Verwendung eines Arbitrated-Loop-Protokolls,
  • Anbindung eines Servers an ein Plattensubsystem über einen Fibre-Channel-Switch mit Fabric-Protokoll,
  • Anbindung eines Servers an ein Plattensubsystem über einen Fibre-Channel-Switch mit zwei FC-Anbindungen, zusätzlich unter Einsatz einer "Load Balancing"-Software,
  • Anbindung eines Clusters (ohne SUN) an ein Plattensubsystem über einen Fibre-Channel-Switch mit zwei FC-Anbindungen als Hochverfügbarkeitstests,
  • dedizierte Zuordnung von LUNs für die verschiedenen Betriebssysteme mit Heterogenitätstests,
  • Zoning mittels FC-Switch bei gleichzeitiger Anbindung zweier Plattensubsysteme (COMPAREX, EMC).
  • Als maximale Bandbreiten wurden pro Server-Port im Read-only-Modus 70 bis 85 MB pro Sekunde und im Read/Write- Betrieb (im Verhältnis 70:30) 15 bis 20 MB/s gemessen.

Die einzelnen Test-Szenarios verliefen allesamt durchweg positiv.

Erkenntnisse: SAN läuft!

"Wir haben gesehen", berichtet Dirk Kabelitz, "dass das Storage Area Network auf der physikalischen Ebene problemlos funktioniert und dass auch eine Einbindung in die Betriebssysteme zum Teil (HP-UX läuft nur im Arbitrated-Loop-Modus) erfolgt ist. Jedoch gibt es auch noch Defizite, da der eine oder andere Hersteller noch mit Treiber-Problemen kämpft - aber auch schon unmittelbar dabei ist, Lösungen zu designen und zu implementieren, die uns in Kürze zur Verfügung stehen werden." Ein übergreifendes SAN-Management ist derzeit erst in Ansätzen verfügbar.

Bewertung: SAN-Ausbau wird vorangetrieben

"Als Ergebnis können wir festhalten", resümiert Dirk Kabelitz, "dass Storage Area Network eine sehr schnell fortschreitende Technologie ist, dass erste Produkte verfügbar sind und dass von allen Herstellern begonnen wird, gemeinsam in verschiedenen Gremien an einheitlichen Standards zu arbeiten, um Lösungen im Sinne des Kunden zu gestalten."

An einzelnen Stellen im Unternehmen ist das SAN-Konzept (im Arbitrated-Loop-Modus) bereits im Einsatz. Bedarf besteht bei DeTeCSM beim Ersatz des Netz-Backups wie bei Einsatz von konsolidierter Speicherung. Für ein unternehmensweites SAN-Konzept hat sich COMPAREX, technologisch auf allen Gebieten fit, als der Partner auch für die Zukunft erwiesen. Dirk Kabelitz: "Wir werden es also weiter ausbauen, sowohl im Bereich Platten als auch im Bereich Backup." Und schließlich ermöglicht SAN eine eigenständige Storage-Administration und trägt dem Datenwachstum von geschätzten 100 Prozent pro Jahr Rechnung. Weitere zusätzliche Tests im Bereich Load Balancing, SAN-Management und Kaskadierung von Switches stehen schon an.




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